Kollegiale Fallberatung


Überblick für Eilige:

Kollegiale Fallberatung nutzt berufliche, soziale und emotionale Kompetenzen einer Gruppe zur Bearbeitung von berufsbezogenen Konflikten, es braucht niemanden von außerhalb.

 

Alle beruflichen Themen sind möglich, z. B. Teamfindung, Konflikte mit Eltern, Konflikte mit einem Kind, Berufsrolle, Konflikt mit einer Kollegin/einem Kollegen, besonders herausforderndes Verhalten eines Kindes etc.

 

Bei einer Fallberatung geht es darum wertfrei und lösungsorientiert Hilfestellung bei konkreten, beruflichen Problemfällen zu geben und zu erhalten.

 

Für familiäre Probleme, persönlich schwerwiegende psychosoziale Belastungen (wie z. B. Krisen oder Schicksalsschläge) und therapiebedürftige, persönliche Probleme ist eine Fallberatung nicht geeignet.

 

Schweigepflicht besteht in der Form, dass Stillschweigen außerhalb der Gruppe gewahrt bleibt. In anonymisierter Form, d. h. ohne dass Rückschlüsse auf eine Person oder Einrichtung gezogen werden können, kann inhaltlich über Problemstellungen, Unterstützungs-möglichkeiten sowie Lösungswege gesprochen werden.

 


 

Was ist Kollegiale Fallberatung?

 

Lösungsorientierte Kollegiale Fallberatung nutzt die Kompetenzen einer Gruppe zur Bearbeitung von berufsbezogenen Konflikten und belastenden Themen. Teilnehmende können hierbei die Mitarbeitende eines Teams einer Einrichtung sein, sie können aber genauso gut aus unterschiedlichen Einrichtungen kommen. Die Teilnehmer*innen[1] beraten sich wechselseitig und entwickeln gemeinsam Lösungen. Die Gruppe ermöglicht dabei im Idealfall starken kollegialen Rückhalt, das Empfinden von Solidarität durch gemeinsame Betroffenheit und eine reiche Bandbreite an Erfahrungen, die allen nutzt. Eine Expertin von außerhalb – wie bei der Supervision – braucht es nicht.

 

Kollegiale Fallberatung in lösungsorientierter Form betrachtet Problemstellungen nicht als individuell-persönliche Unzulänglichkeit, der "auf den Grund gegangen werden muss", da somit das Problem und die Entstehung im Fokus bleiben würde. Ganz gegenteilig geht die Methode davon aus, dass es hilfreich ist, sich auf Wünsche, Ziele, Ressourcen und innere Stärken zu konzentrieren. Den einzelnen Teilnehmenden eröffnen sich durch den übenden Umgang mit Problemstellungen Möglichkeiten der beruflichen und persönlichen Weiterentwicklung. Teams und Gruppen, die darin geübt sind Konflikte zeitnah, eigenständig und konstruktiv zu lösen, erleben eine gelingende Konfliktkultur und eine Arbeitsatmosphäre, in der es Freude macht miteinander zu arbeiten! Zudem bietet die Methode geübten Teilnehmer*innen ein Leitfaden für schwierige Beratungsgespräche z. B. mit Eltern. 

 

Zum Kennenlernen und Einüben der Methode empfiehlt sich ein Einführungsseminar und mehrere professionell moderierte Fallberatungen. Im Anschluss daran kann gut alleine gearbeitet werden und nur, wenn ein neuer Bedarf entsteht, wird wieder zeitweise eine Moderation dazu geholt.

 

Link zum aktuellen Einführungsseminar 

 


 

Vorgehen bei Kollegialer Fallberatung:

 

Fallberatungen werden zeit- und ressourcenorientiert durchgeführt. Eine Beratung dauert üblicherweise 60-90 Minuten. Um energie- und zeitraubende Diskussionen sowie oberflächliche Lösungen zu vermeiden, hat es sich bewährt, nach einer vorgegebenen Gesprächsstruktur in Teilschritten vorzugehen:

 

1. Einstieg

2. Fallbericht

3. Zielformulierung

4. Nachfragen (kognitive Ebene)

5. Resonanzrunde (emotionale Ebene)

6. Lösungsansätze (Formulierung)

7. Bearbeitung des gewählten Lösungsansatzes

8. Rückblick auf die Sitzung

 

 

[1] Anm.: Da überwiegend Frauen in Kitas arbeiten, wird in diesem Text der Einfach halber die weibliche Form verwendet.