Traumapädagogik

 

Wie entsteht ein Trauma?

 

Ein Trauma entsteht durch ein Ereignis, das die üblichen Bewältigungsstrategien eines Menschen überfordert. Gefühle wie Angst, Kontrollverlust und/oder Hilflosigkeit prägen das Erleben in einer traumatischen Situation.

 

Menschen, die Vernachlässigung, Unfälle, Verluste, körperliche oder sexuelle Gewalt, Kriegseinwirkungen, Flucht usw. erlebt haben, drücken durch ihr Verhalten aus, dass extremer Stress und Belastung zu ihrer Biografie dazugehört(e). Werden Traumata nicht bearbeitet, entwickeln sich in der Regel Traumafolgestörungen, die bis hinein in das gegenwärtige Leben wirken. Sie zeigen sich beispielsweise durch intensive Impulse (z. B. Wut), die (anscheinend) nicht kontrolliert werden können, nicht-altersgemäße Verhaltensweisen oder andere Auffälligkeiten. Die dauerhafte Folge von Traumafolgestörungen können psychosomatische Erkrankungen, Schwierigkeiten im Beruf oder in der Partnerschaft, Erziehungsprobleme, Suchterkrankungen, Essstörungen etc. sein.

 

 

Traumapädagogik in der Kita und Grundschule 

 

Die Erfahrung zeigt, dass herkömmliche sozialpädagogische Interventionen bei Traumafolgestörungen wenig oder gar nicht wirksam sind. Fachkräfte, die mit Traumafolgen im pädagogischen Alltag konfrontiert werden, sind sowohl fachlich als auch persönlich auf eine besondere Art und Weise herausgefordert.

 

Die Traumapädagogik stellt ein Gesamtkonzept dar, das sich an den Erkenntnissen der Psychotraumatologie, der Erziehungswissenschaften, der Bindungstheorie, der Resilienzforschung und der Traumatherapie orientiert. Traumapädagogisch ausgebildete Fachkräfte verfügen über unterschiedliche Methoden und Konzepte, um belastete Kinder sensibel und wirksam begleiten zu können. Sie teilen u. a. die Haltung, dass alles, was ein Kind zeigt, aus dessen Geschichte heraus Sinn macht („Konzept des guten Grundes“). Ziel ist u.a. die Unterstützung der Selbstbemächtigung eines Kindes und damit einhergehend eine Stabilisierung, wofür die Kita als sicherer Ort mit verlässlichen und vertrauensvollen Beziehungen die Grundlage bildet.

 

Fortbildungsziele:

  • Reflexion des beruflichen Handelns auf Grundlage der vermittelten Fortbildungsinhalte
  • Kennenlernen und Einüben von traumapädagogischen Methoden und Konzepten
  • Einnehmen einer traumasensiblen Haltung
  • Erweiterung der individuellen Handlungskompetenzen in herausfordernden Situationen.

 

Die Fortbildung richtet sich an pädagogische Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, Lehrkräfte aus Grundschulen sowie Tandems aus Kitas und Grundschulen mit mindestens 3-jähriger Berufserfahrung; Ausnahmen sind nach Rücksprache möglich.

 

-> Der Umfang der Fortbildung, die Kosten sowie die weiteren Rahmenbedingungen erfolgen nach Absprache.

 

Den im Herbst 2021 startenden Kurs "Grundlagen der Traumapädagogik - Kinder traumasensibel begleiten" finden Sie hier... ->